64295 Darmstadt
Deutschland
Das Event
Die Debatte über Social Media und Minderjährige ist längst eine gesellschaftliche Kernfrage: Wie viel Schutz brauchen Kinder und Jugendliche – und wie viel digitale Eigenständigkeit sollten wir ihnen zutrauen? Nur 49 % der Bevölkerung verfügen über digitale Basiskompetenzen, 51 % können die Vertrauenswürdigkeit digitaler Inhalte einschätzen. Das betrifft nicht nur junge Menschen, sondern alle Generationen.
Vor diesem Hintergrund ringen Politik und Gesellschaft um Lösungen. CDU und SPD sehen Handlungsbedarf, doch über den Weg wird gestritten. Länder wie Australien testen Altersgrenzen und Nutzungsverbote – bislang mit überschaubarem Erfolg, weil technische Hürden leicht zu umgehen sind. Gleichzeitig sind Plattformen wie TikTok, Instagram oder YouTube für viele Jugendliche zentrale Orte der Information, Orientierung und Teilhabe.
Befürworter strenger Regeln betonen Risiken wie Suchtmechanismen, algorithmische Verstärkungen oder Hassrede. Kritiker warnen hingegen, dass Verbote an der Lebensrealität junger Menschen vorbeigehen: Digitale Räume sind längst ein zentraler Teil ihrer sozialen Welt. Wer Zugang rigoros beschränkt, verhindert zudem wichtige Lerngelegenheiten – denn Medienkompetenz entsteht vor allem durch den praktischen Umgang mit digitalen Plattformen, nicht durch deren Abwesenheit. Schulen können hier einen wichtigen Beitrag leisten, brauchen dafür aber klare politische Rahmenbedingungen und ausreichende Unterstützung.
Die entscheidende Frage lautet daher: Wie gelingt ein jugendgerechter Mix aus Schutz und Befähigung? Wie wird Regulierung wirksam, ohne Autonomie und digitale Lernchancen einzuschränken? Und wer trägt Verantwortung – Politik, Eltern, Schulen oder Plattformen?
Didacta Verband e.V. in Kooperation mit Initiative D21 e. V.