Köln: 20.–24.02.2024 #didacta

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Die digitalen Anforderungen an die Schule der gegenwärtigen Zukunft am Beispiel meines Notebook-Projektes mit IServ vor 12 Jahren an der IGS Roderbruch | Veranstaltung auf der didacta 2022
IServ GmbH

Die digitalen Anforderungen an die Schule der gegenwärtigen Zukunft am Beispiel meines Notebook-Projektes mit IServ vor 12 Jahren an der IGS Roderbruch

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11.06.2022 | 10:45 - 11:15 Uhr
Schule
Halle 06.1 Stand C030

deutsch
IServ GmbH
Bültenweg 73
38106 Braunschweig
Deutschland
+49 5313882102

Die Veranstaltung

Um einen Blick in die Schule der Zukunft zu wagen, ist eine Schulanalyse der Vergangenheit und der Gegenwart zwingend erforderlich, denn Entwicklung und Fortschritt basieren darauf. Werfen wir zunächst einen Blick in die Vergangenheit: Vor 362 Jahren schrieb Johann Amos Comenius in seiner ‚Allgemeinen Didaktik‘:

Erstes und letztes Ziel unserer Didaktik soll es sein, die Unterrichtsweise aufzuspüren und zu erkunden, bei welcher die Lehrer weniger zu lehren brauchen, die Schüler dennoch mehr Lernen; In den Schulen weniger Lärm, Überdruss und unnütze Mühe herrsche, dafür mehr Freiheit, Vergnügen und wahrhafter Fortschritt.
(Johann Amos Comenius: Allgemeine Didaktik)

In diesem Zitat wird ein nahezu idealer Schulzustand beschrieben. Was hat sich seitdem im schulischen Umfeld getan, wie hat sich Schule in den Jahrhunderten an die jeweils gegenwärtigen Erfordernisse angepasst, und wie stellt sich Schule heutzutage dar? Unser bildungsföderalistisches Schulsystem verhindert geradezu den von Comenius als dringlich beschriebenen wahrhaften Fortschritt: 16 Bundesländer behindern sich momentan z.T. gegenseitig, was z.B. die Einigung auf Vorgaben bzgl. einheitlicher Planung und Strukturierung von Unterrichtsinhalten unter Einbeziehung von digitalen Medien anbelangt. Jedes Bundesland kocht sein ‚eigenes pädagogisches Süppchen‘, und der Einsatz von digitalen Medien wird damit ausgebremst.

Erschwerend kommt für das gesamte Bildungssystem momentan die äußerst schwierige Situation der Corona-Pandemie und deren Folgen hinzu; gerade jetzt zeigen sich die Versäumnisse der Schulpolitik hinsichtlich der Arbeit mit digitalen Medien.

Schüler wünschen sich seit Jahren einen zeitgemäßen und fortschrittlichen Unterricht, und die Eltern sind seit langem bereit, ihren Kindern die digitalen Werkzeuge zur Unterrichtserleichterung zu finanzieren.

Lehrkräfte wünschen sich eine sofortige ministerielle Anpassung von Lehrplänen an längst überfällige Bildungsreformen, ein damit verbundenes Mehr an pädagogischer Freiheit im Umgang mit digitalen Medien und nicht zuletzt ein ausgewogenes, zeitgemäßes, aber kontrolliertes und überprüftes Fortbildungsangebot für alle Lehrkräfte, welches auf keinen Fall mehr mit vermeintlichem Unterrichtsausfall von Schulleitungen abgelehnt werden darf.

Wie muss und wird sich Schule in den nächsten 10 Jahren verändern?
Wie muss Unterricht der ‚gegenwärtigen Zukunft‘ aussehen?

Ich habe diesbezüglich folgendes didaktisches Postulat 2022 formuliert:

Didaktisches Postulat 2022
Erstes und Letztes Ziel unserer Didaktik muss es sein den Unterricht so zu planen und zu gestalten, dass die Lehrer weniger im Mittelpunkt der Lernprozesse stehen, dafür die Schüler durch eigenverantwortliches und eigenständiges Lernen mehr Freude an Lernprozessen haben, durch mehr Kreativität ihre Ideen verwirklichen können, digitale Geräte und Inhalte selbstverständlich in ihren täglichen Lernprozess einbinden und damit ihren Weg in Zukunft fortschrittlich und optimistisch beschreiten.

Es gibt natürlich bereits Bildungssysteme/Lernarrangements allein in Europäischen Ländern, die schon seit Jahren in dieser Hinsicht eine Vorreiter- und Vorbildrolle spielen, allen voran die skandinavischen Länder mit Finnland, aber auch die baltischen Staaten sowie Großbritannien und die Niederlande.

Die größten Herausforderungen bei der Realisierung solcher pädagogischen ‚Mammut-Aufgaben‘ stellen die nach reiflichen fachlichen Überlegungen festgelegten schulpolitischen Beschlüsse der Kultusministerien und die damit verbundenen vorgeschriebenen Vorgaben der einzelnen (Bundes-) Länder dar. Für die Bundesrepublik Deutschland bedeutet dies eine Abkehr vom Bildungs-Föderalismus und eine Bereitschaft zur zwingenden Durchsetzung vieler Entscheidungen!

Medienpädagogen und Lehrer-Fortbildungs-Coaches benötigen dringend eine Unterstützung der verantwortlichen Schulbehörde durch die Publikmachung des gesamten Fortbildungskataloges in den einzelnen Regionen, damit sie gezielte und erfolgreiche Seminarangebote und entsprechende pädagogische Hilfestellungen anbieten können.

Nur so kann Schule der Zukunft bereits in der Gegenwart mit Aussicht auf Erfolg geplant und mit mehr Erfolgsaussichten realisiert werden!


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