64295 Darmstadt
Deutschland
Das Event
Der Begriff Neurodiversität meint, dass es viele verschiedene Arten des Denkens, des Fühlens, des Handelns und Lernens sowie der Wahrnehmung der Welt nebeneinander gibt. Damit gibt es also auch nicht die eine normorientierte Art der Funktionsfähigkeit des menschlichen Gehirns, sondern sowohl neurotypische als auch neurodiverse Formen sind Aspekte des natürlichen Spektrums menschlichen Lebens.
Neurodiverse Menschen weichen in der Informationswahrnehmung und -verarbeitung so deutlich von der Mittelnorm ab, dass sich für sie das Attribut Neurodiversität als Oberbegriff für unterschiedliche Spektren wie beispielsweise das Autismus-Spektrum, ADHS, das Tourette-Syndrom oder Legasthenie und Dyskalkulie etabliert hat. Personen mit neurodivergenten Denk- und Handlungsweisen treffen durch ihr neurologisches Anderssein auf Herausforderungen durch Barrieren im Zusammenleben und Lernen mit neurotypischen Menschen.
Neurodiverse Menschen können besondere Stärken wie z.B. Kreativität, Innovationsfähigkeit, Detailgenauigkeit, ein hohes Gerechtigkeitsempfinden, besondere Fähigkeiten des Fokussierens und Spezialtalente aufweisen, die z.B. in Lerngruppen mit neurotypischen Personen als bereichernd wahrgenommen werden.
Das bedeutet aber zugleich, dass Personen im Neurodiversitätsspektrum sich häufig im sozial-emotionalen Bereich ganz besonders anstrengen müssen, um in einer neurotypischen Gesellschaft mithalten zu können. Neurodiverse Schülerinnen und Schüler versuchen häufig, sich stark anzupassen und so zu erscheinen wie ihre neurotypischen Mitschülerinnen und Mitschüler. Sie benötigen dafür jedoch in der Regel besondere Kraftanstrengungen, Verständnis im familiären und schulischen Umfeld sowie einfühlsame Unterstützung zur Teilhabe an Bildung durch Lehr- und Fachkräfte in multiprofessionellen Teams.