Köln: 20.–24.02.2024 #didacta

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Auf Augenhöhe mitten in die Herzen: Gewaltprävention »First Togetherness« | Veranstaltung auf der didacta 2022
IServ GmbH

Auf Augenhöhe mitten in die Herzen: Gewaltprävention »First Togetherness«

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11.06.2022 | 10:00 - 10:45 Uhr
Schule
Halle 06.1 Stand C030

deutsch
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38106 Braunschweig
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+49 5313882102

Die Veranstaltung

Mit Gewalt umgehen können, besser noch: Gewalt verhindern. Um in diesem sensiblen Bereich eine nachhaltige Veränderung erreichen zu können, muss der Zuhörer nicht nur informiert werden. Stattdessen muss er interessiert werden, eingebunden werden. Nur interessierte Zuhörer lassen es zu, dass eine Bewusstseinsveränderung stattfindet, und diese Bewusstseinsänderung ist Voraussetzung dafür, etwas nachhaltig verändern zu können. Und genau auf diese Art geht Christoph Rickels seine Vorträge an. Emotional. Packend. Und authentisch. Die Vorträge der First Togetherness sind Vorträge zum Thema Gewaltprävention.

Ihr Ziel: begreiflich zu machen, dass nicht etwa der Mitläufer oder Schläger cool ist, sondern im Gegenteil derjenige, der Mitgefühl hat, der deeskaliert und mitmenschlich handelt. Es geht um eine neue Definition von cool. Miteinander statt gegeneinander. Christoph Rickels doziert nicht und hält auch keinen Vortrag im klassischen Sinn. Er spricht mit den jungen Zuhörern, trifft deren Sprache. Nie hebt Rickels den pädagogischen Zeigefinger. Er erzählt stattdessen von seinem Schicksal, ist auf Augenhöhe mit seinem Publikum und wird deshalb ernst genommen. Und genau diese Augenhöhe öffnet eine Tür, welche keine Pädagogin und kein Pädagoge jemals aufbekommen wird, und das macht die First Togetherness so besonders.

Ein weiterer Faktor kommt hinzu. Bei seiner Prävention werden die jungen Menschen nicht nur auf Augenhöhe und intellektuell angesprochen, sondern auch emotional bewegt. Sein Schicksal macht traurig, aber nicht zu traurig, da er mit Selbstironie und kleinen Witzen immer genau den richtigen Ton trifft. Dass er mit seiner Ansprache richtig liegt, das beweisen die Tränen, die regelmäßig im Publikum fließen, sowohl beim weiblichen als auch beim männlichen Teil.

Nach dem ostfriesischen „Moin Moin Mit'nander“ erzählt er aus seinem Leben. Jeder kann ihn nachvollziehen, wenn er sagt, dass er immer schon Polizist werden wollte: »Dann wollte ich auch was zu melden haben und musste hierfür in den gehobenen Dienst. Ich wollte ja nicht so'n Bulle werden, der sich von allen rumkommandieren lassen muss. Leider hatte ich kein Abitur, und das brauchte ich dafür.«

Die Zuhörer freuen sich, wenn Rickels sich in ihrer Welt bewegt und verschiedene Gangsterrapper zitiert – und sie sind spontan entrüstet, wenn er erklärt, dass deren Texte völlig uncool sind. Doch niemand widerspricht, denn Rickels schiebt sofort die Frage hinterher, ob irgendjemand im Auditorium ernsthaft seine Kinder in irgendwelchen Ghettos aufwachsen sehen möchte, in Gangs herumziehend und Gossensprache benutzen. Auch diese Ansprache trifft einen besonderen Nerv, da die Jugendlichen wissen, dass sie irgendwann einmal Kinder haben wollen. Sie begreifen plötzlich, dass ihr eigenes Verhalten konkrete Auswirkungen auf die Zukunft hat. Auf die eigene. Und auch auf die ihrer Kinder. Ein cleverer Kunstgriff, der dazu führt, dass die Zuhörer(innen) gar nicht anders können, als allein schon aus Eigeninteresse ernsthaft über ihr eigenes Verhalten nachzudenken und es gegebenenfalls zu überdenken. Wenn dann die Eltern der Kinder in ihren Rückmeldungen noch berichten, dass sie Christoph danken wollen, da ihr Kind wie ausgewechselt sei, wird der Erfolg des Engagements mehr als deutlich. Neben den positiven Rückmeldungen der Lehrkräfte und Schulleitungen treffen bei Christoph Rickels aber auch viele, oft sehr persönliche, positive Statements der Schüler(innen) ein. Und das macht wirklich Hoffnung!