Muss mein Kind aufs Gymnasium? | Veranstaltung auf der didacta 2019
Dudenverlag/Bibliographisches Institut GmbH

Muss mein Kind aufs Gymnasium?

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Termine
22.02.2019 | 11:00 - 12:45 Uhr
Schule / Hochschule
deutsch
Dudenverlag/Bibliographisches Institut GmbH
Mecklenburgische Str. 53
14197 Berlin
Deutschland
+49 30 897858230

Die Veranstaltung

Bildungsexperte Christian Füller plädiert für mehr Gelassenheit, um Bildungserfolg ohne Druck zu ermöglichen.


Die Frage nach der guten Schule beschäftigt Christian Füller auch in seinem neuen Buch »Muss mein Kind aufs Gymnasium?« (Dudenverlag). Die Antwort des Bildungsexperten: Nein - an integrativen Gesamtschulen können Kinder heute sanfter, selbstbestimmter und sozialer lernen als bisher und sich zugleich den Weg zum Abitur offenhalten. Das klassische Gymnasium werde dadurch aber nicht verschwinden, so Füller. Angesichts der Digitalisierung und des Trends zu Beschleunigung, Vereinsamung und Individualisierung könne diese zur Hochschulreife führende Schule zu einer Einrichtung werden, die über die Welt nachdenkt.


Christian Füller analysiert in seinem Buch vier einschneidende soziale und technologische Entwicklungen, welche die beiden Jahrzehnte nach dem Schock durch die erste PISA-Studie im Jahr 2001 geprägt haben: den Abitur-Boom, die Inklusion von Kindern mit Handicaps, die Zuwanderung von Geflüchteten und die Digitalisierung. Diese Entwicklungen, so Füller, krempelten das bislang streng gegliederte, wenig durchlässige deutsche Schul- und Ausbildungssystem völlig um, was auch zu Unsicherheit und Widerständen führe. Letztlich aber sieht der Bildungsexperte vor allem Chancen in dieser »Bildungsrevolution«: Wenn man gemischte Lerngruppen, individuelle Lernstile und unterschiedliche Lerngeschwindigkeiten akzeptiere und fördere, führe dies zu »Bildungserfolg ohne Druck« für alle Beteiligten.


Treffen Sie den Autoren und diskutieren Sie mit ihm auf der Didacta 2019 in Köln.


Mehr Infos: https://www.youtube.com/watch?v=bmOcnl4TYHI


 

Referenten
Herr Christian Füller

Seit dem vielzitierten Pisa-Schock wandelt sich die deutsche Bildungslandschaft radikal. Die Hauptschule stirbt, aber auch das Gymnasium gerät unter Druck, gerade durch das dilettantische Hin und Her beim „G8", der verkürzten Lernzeit zum Abitur. Die elitäre Vorzeigeanstalt muss zugleich erleben, dass Schüler ihr Abitur lieber auf eine softe Art bekommen - in neuen integrativen Schulen. Angesichts des Abitur-Booms wird gern das Gespenst eines „Akademisierungswahns" heraufbeschworen. Eltern werden verunsichert, was der richtige Pfad durchs Schullabyrinth sein kann - der ihrem Kind beste Chancen eröffnet, ihm aber auch guttut. Christian Füller plädiert für mehr Gelassenheit. Fundiert beschreibt er die Entwicklung hin zu neuen, auch digitalen Schul- und Lernformen. Die Entwicklung verläuft nicht reibungslos, aber sie schafft vielversprechende Grundlagen für das Lernen im 21. Jahrhundert. Christian Füller, 54, ist einer der besten Kenner deutscher Schulen. Der Journalist schreibt unter anderem für Welt am Sonntag, Frankfurter Allgemeine, NZZ und Spiegel Online. Er hat mehrere Bücher zu den Themen Schule, Bildungspolitik und sexualisierte Gewalt veröffentlicht. Sein derzeitiges Interesse gilt der „digitalen Bildung", ihren Chancen und Risiken.