18.11.15

Von der Willkommenskultur bis zum pädagogischen Packesel

Die Schwerpunktthemen der didacta 2016

Die Auswirkungen der Flüchtlingskrise auf das Bildungssystem in Deutschland und die Herausforderungen, denen Bildungsträger und Pädagogen deswegen gegenüber stehen, werden ein Schwerpunkt der didacta 2016 in Köln sein. Zu den weiteren beherrschenden Themen der Bildungsmesse, die vom 16. bis 20. Februar 2016 in Köln stattfindet, gehören die Inklusion, die Besonderheiten des digitalen Lehrens und Lernens, die Lernatmosphäre und ihr Einfluss auf Schülerinnen und Schüler sowie das Selbstverständnis und die Professionalisierung von Erzieherinnen, Lehrkräften, Aus- und Weiterbildnern.

Raum für diese und weitere Themen bietet das weit über 1.000 Angebote umfassende Rahmenprogramm mit hochkarätigen Foren, Workshops, Vorträgen, anspruchsvollen Seminaren, Sonderschauen und Podiumsdiskussionen. Sie richten sich an Lehrer aller Schulformen, Erzieherinnen sowie Mitarbeiter von Universitäten, Professoren, aber auch Trainer und Verantwortliche aus allen Bereichen der Bildungswirtschaft sowie die "Hauptverantwortlichen für Erziehung und Bildung", die Eltern. Einige der Angebote, die sich mit den fünf Schwerpunktthemen der didacta 2016 auseinandersetzen, seien im folgenden vorgestellt.

So diskutiert auf dem Forum didacta aktuell am 19. 02. das Bündnis frühkindliche Bildung unter dem Titel "Vorurteile Abbauen und Integrationsprozesse starten", wie die Kita als sicherer Ort des Willkommens für Kinder mit Flüchtlingserfahrung gestaltet werden kann. Auch die Kita-Seminare machen die Flüchtlingskrise zum Thema. In dem Workshop "Flüchtlinge willkommen heißen" werden Erzieherinnen mit den Herausforderungen durch Flüchtlingsfamilien vertraut gemacht und erfahren an Beispielen guter Praxis, wie sie die Kinder fördern und mit Gewinn für alle in die Gemeinschaft integrieren können. Und auch auf dem Forum Berufliche Bildung sind Flüchtlinge ein Thema. Hier beleuchtet Ministerialdirigent German Denneborg vom Bayerischen Kultusministerium die Herausforderungen, denen sich Ausbildungsstätten gegenübersehen. Das reicht von der Feststellung individueller Fähigkeiten bis zur Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse, von interkultureller Kompetenz bis zum Deutsch-Unterricht. Angesprochen werden dabei die Fragen, wie die Erwartungen der Flüchtlinge erfüllt werden können, wie gut die beruflichen Schulen und die Ausbildungsbetriebe vorbereitet sind und wo sie Unterstützung erhalten.

Auch das Thema Inklusion nimmt auf der kommenden didacta einen breiten Raum ein. So zeigt eine Sonderschau des didacta Verbandes unter dem Titel "Wege zur Inklusion" welche Möglichkeiten einer erfolgreichen Integration von Menschen mit Handicap in das Schulsystem es gibt. Und auch der Hochschultag befasst sich am 18.02. mit diesem Thema. So diskutiert Wiltrud Thies, Schulberaterin und ehemalige Schulleiterin der Sophie-Scholl-Schule in Gießen, auf dem Forum didacta aktuell die Frage, welche konkreten Wege zu erfolgreicher Inklusion führen. In der Inklusionsdebatte in Deutschland wird häufig auf das europäische Ausland verwiesen, das uns vor allem bei der Inklusion im schulischen Bereich meilenweit voraus sei. Ob das so ist und wenn ja, warum? - dieser Frage geht am 19.02. eine Podiumsdiskussion mit u. a. Sylvia Löhrmann, Ministerin für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen auf dem Forum Bildung nach. Unter der Überschrift "Inklusion: Der europäische Blick" fragt sie, was inklusive Schule in Deutschland und zum Beispiel in Südtirol oder in Schweden unterscheidet und welche Impulse die Entwicklung in Deutschland durch den europäischen Blick erhalten kann.

"'Digitale Bildung' in der Schule: Ist sie bereits gescheitert?" - Diese provokante Frage diskutiert am 19.02. eine Runde um Saskia Esken, MdB und Mitglied im Ausschuss Digitale Agenda auf dem Forum Bildung. Denn neue Studien wie die ICILS legen nahe, dass Unterricht mit digitalen Medien in Deutschland nur mühsam stattfinden kann. Denn die Ausstattungsdefizite bei Hardware, WLAN, Bildungsmedien etc. sind noch immer extrem. Außerdem fehle es an den entsprechenden Kompetenzen beim pädagogischen Personal. Aber auch in der beruflichen Bildung schreitet die Digitalisierung immer weiter voran. In den nächsten Jahrzehnten werden digitale Anwendungen den Großteil aller standardisierten Arbeiten übernehmen - im Büro und in der Werkstatt. Gebraucht werden dann Arbeitskräfte, die Computer und Automaten nicht nur bedienen, sondern auch programmieren und bauen können. Welche Kompetenzen Jugendlich in der Zukunft brauchen und ob diese in den Berufsschulen und Ausbildungsbetrieben hinreichend vermittelt werden, ist Thema auf dem Forum berufliche Bildung am 19.02.

Je wohler sich Schülerinnen und Schüler aber auch Lehrerinnen und Lehrer in der Schule fühlen, umso besser ist der Unterricht oder desto größer der Lernerfolg. Klingt einfach, ist in der Praxis aber nicht immer leicht zu realisieren. Wie wichtig die Lernatmosphäre ist, zählt aber zu einem wichtigen Schwerpunktthema der didacta 2016. Humor kann dabei helfen. Er tut gut und ist doch sehr vielfältig! Humor kann als Handwerkszeug für eine erfolgreiche Lehrer-Schüler/Eltern-Kommunikation eingesetzt werden. Das zeigt am 17.02. Eva Ullmann, Humortrainerin, Rednerin und Autorin auf dem Forum Unterrichtspraxis. Aber eine "Wohlfühlatmosphäre" ist nicht nur in der Schule wichtig. Schon in der frühen Bildung kann ihre Bedeutung nicht hoch genug eingeschätzt werden. Deshalb greifen auch die Kita-Seminare 2016 dieses Thema auf. Unter dem Titel "Die Kita als einen Bildungsort des Wohlfühlens gestalten" zeigt Ursula Günster-Schöning am 16.02.2016, was es braucht, damit sich Leitungskräfte, Mitarbeiter/-innen, Erziehungsberechtigte und vor allem die Kindern wohlfühlen. Ihr Credo: Natur-Räume und Materialien, Feng-Shui-Ecken oder Innengärten führen erst in Kombination mit Wohlwollen, personellen Kompetenzen, Engagement, Partizipation und entsprechenden personellen Ressourcen zum Erfolg. Und dass naturwissenschaftliche Unterrichtsfächer und Wohlfühlen kein Widerspruch sein muss, zeigt der Vortrag "So wird man Weltmeister! Die Physik des Fußballspiels" von Prof. Dr. Metin Tolan von der Fakultät Physik der Technischen Universität Dortmund am 20.02. auf dem Forum Bildung. Der Vortrag macht deutlich, dass Fußball nur so lange ein einfaches Spiel ist, solange man keine Fragen stellt. Aber wieso gibt es immer wieder falsche Abseitsentscheidungen? Wann lohnt sich eine Notbremse? Gibt es eine optimale Reihenfolge der Schützen bei einem Elfmeterschießen? Was hat Fußball mit Radioaktivität zu tun? Dies sind nur einige der Fragen, die geklärt werden. Am Ende wird gezeigt, warum Deutschland 2014 Weltmeister werden musste und wie es mit der EM 2016 aussieht.

Wie wichtig das Selbstverständnis und der damit einhergehende Wunsch nach Anerkennung ist, hat der Streik der Erzieherinnen in den vergangen Monaten sehr deutlich gemacht. Und auch der Wunsch der Pädagogen, die Möglichkeit zu einer stärkeren Professionalisierung zu bekommen ist in diesem Zusammenhang zu sehen. Die Kita Seminare nehmen sich auf der didacta 2016 dieses Themas an und fragen: "Reicht eine 'professionelle pädagogische Haltung'? Dabei beleuchtet Prof. Dr. Iris Nentwig-Gesemann am 17.02.2016, dass Qualität der frühen Bildung, Erziehung und Betreuung maßgeblich vom beruflich-habituellen Profil der Fachkräfte beeinflusst wird, von ihrer Persönlichkeit, ihrer Ausbildungs- und Berufsbiografie und der Organisationskultur, in der sie sich bewegen. "Lehrkraft im Fokus: Einzelkämpfer und pädagogischer Packesel?" Unter dieser Überschrift beschäftigt sich am 17.02. eine Podiumsdiskussion mit u. a. Arne Ulbricht, Lehrer und Autor (u.a. "Schule ohne Lehrer?" und "Lehrer? Ein unverschämt attraktiver Beruf!") auf dem Forum Bildung aus Sicht des Lehrers mit der Frage von Selbstverständnis und Profession. Die These: Lehrkräfte sollen nicht nur fachlich top sein; sie sind auch Integrationsbeauftragte und Inklusionsexperten, Sprach- und Begabtenförderer, dritter Elternteil, Kriminologen und Trauma-Therapeuten. Wenig überraschend zeigen Studien und Bildungsberichte, dass der individuelle Lernerfolg gerade auch von engagierten Lehrerinnen und Lehrern abhängt. Doch wie kann das gelingen? Haben gute Pädagogen ein "geheimes Handwerkszeug"? Oder werden die Möglichkeiten überschätzt? Überfordert Schulpolitik ihre Lehrkräfte?

Weitere Angebote zu diesen und anderen Themen der didacta 2016 finden sich immer aktuell unter www.didacta-koeln.de

Die didacta ist die weltweit größte Messe für den gesamten Bildungsbereich. Sie findet vom 16. bis 20. Februar 2016 in Köln statt und präsentiert ein umfassendes Leistungsspektrum aller namhaften Anbieter von Ausstattungen und Einrichtungen, Bildungsmedien und didaktischen Materialien für alle Bildungs- und Erziehungsbereiche. In vier Hallen präsentieren Aussteller aus ganz Europa im kommenden Februar die aktuellen Angebote und Trends aus allen Bereichen der Bildung - von der frühen Bildung bis hin zur Erwachsenenqualifizierung. Strukturiert ist die didacta in fünf Bildungsbereiche: Frühe Bildung, Schule/Hochschule, Neue Technologien, Berufliche Bildung/Qualifizierung sowie Ministerien/Institutionen/Organisationen.

Ideelle Träger der didacta - die Bildungsmesse sind der Didacta Verband e.V., Darmstadt und der Verband Bildungsmedien e.V., Frankfurt. Die Messe findet vom 16. bis 20. Februar 2016 auf dem Kölner Messegelände statt. Sie ist täglich von 9.00 Uhr bis 18.00 Uhr geöffnet. Weitere Informationen unter www.didacta-koeln.de

Anmerkung für die Redaktion:
Fotomaterial der didacta finden Sie in unserer Bilddatenbank im Internet unter www.didacta.de im Bereich "Presse".
Presseinformationen finden Sie unter www.didacta.de/presseinformation
Bei Abdruck Belegexemplar erbeten.

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Michael Steiner
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